Frühlingsgedichte: Josef von Eichendorff

Frühlings Gedichte: Kategorie Frühlingsgedichte für Groß und Klein, Frühlings Gedicht 03

Joseph von Eichendorff, 1788-1857

Frühlingsnacht

Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt´s schon an zu blühn.

Jauchzen möcht ich, möchte weinen,
Ist mir´s doch, als könnt’s nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagen`s,
Und in Träumen rauscht`s der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen`s:
Sie ist Deine, sie ist Dein!

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Schneeglöckchen

´S war doch wie ein leises Singen
In dem Garten heute Nacht,
Wie wenn laute Lüfte gingen:
“Süße Glöcklein, nun erwacht,
Denn die warme Zeit wir bringen,
Eh´s noch jemand hat gedacht.”
-´S war kein Singen, ´s war ein Küssen,
Rührt`die stillen Glocken sacht,
Dass sie alle tönen müssen
Von der künft`gen bunten Pracht.
Ach, sie könntens nicht erwarten,
Aber weiß vom letzten Schnee
War noch immer Feld und Garten,
Und sie sanken um vor Weh.
So schon manche Dichter streckten
Sangesmüde sich hinab,
Und der Frühling, den sie weckten,
Rauschet über ihren Grab.

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Frühlingsgedichte Eichendorff

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